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Safety-I, Safety-II, HOP und Behavior Based Safety beantworten unterschiedliche Fragen des Arbeitsschutzes: Was ging schief, warum gelingt Arbeit, welcher Kontext prägt Verhalten, welches Verhalten sehen wir. Für Betreiber und Projektleitungen entscheidet die Situation, welche Methode passt. SAFETEE berät im Safety Consulting, welche Kombination zu Ihrem Projekt oder Vorhaben passt.


Die vier Ansätze schauen auf dieselbe Arbeit und stellen jeweils eine andere Frage. Keiner ist allein richtig, jeder hat Stärken und Grenzen.
Die Unterscheidung von Safety-I und Safety-II stammt von Erik Hollnagel: 2013 als Whitepaper mit EUROCONTROL, 2014 als Buch. Safety-I zielt darauf, dass möglichst wenig schiefgeht, Safety-II darauf, dass unter wechselnden Bedingungen möglichst viel gelingt. Hollnagel versteht Safety-II als Ergänzung, nicht als Ersatz.
HOP hat seine Wurzeln in der Human-Performance-Bewegung der US-Nuklearindustrie; das Human Performance Improvement Handbook des US-Energieministeriums erschien 2009. Verbreitet haben den Ansatz unter anderem Todd Conklin und Sidney Dekker. Ein Kernwerkzeug sind Learning Teams: moderierte Gespräche zwischen denen, die Arbeit ausführen, und denen, die sie gestalten.
BBS geht auf die angewandte Verhaltensanalyse zurück; eine frühe Feldstudie veröffentlichten Komaki, Barwick und Scott 1978. Eine Meta-Analyse von 13 Studien fand weniger Verletzungen nach BBS-Programmen, bewertete die Studienqualität aber als schwach.
Die Situation entscheidet, nicht die Vorliebe für ein Modell. In unseren Projekten hat sich diese Zuordnung bewährt:
Beispiel zur Veranschaulichung: Auf einer Baustelle werden Absperrungen an einem Kranstandort immer wieder zu früh entfernt. Eine weitere Unterweisung ändert wenig. Im Learning Team zeigt sich, dass die Anlieferung zeitlich mit dem Hub zusammenfällt und die Absperrung dem Lkw im Weg steht. Gelöst wird das über die Logistikplanung, nicht über eine neue Regel.
Die Bradley-Kurve beschreibt Sicherheitskultur in vier Stufen von reaktiv bis interdependent. Sie ist eingängig und taugt als Gesprächsbild über Verantwortung. Als Messwert eignet sie sich nicht: Der Zusammenhang zwischen Kulturstufe und Unfallrate ist eine Herstellerdarstellung, und ein Betrieb ist je nach Bereich, Schicht und Druck gleichzeitig unterschiedlich weit. Wir arbeiten deshalb mit vorlaufenden Indikatoren, die sich im Alltag beobachten lassen.
Im Safety Consulting klären wir in Erstgespräch und Bestandsaufnahme vor Ort, wo ein Betrieb oder Projekt steht, und stellen daraus die passende Kombination zusammen. Die ausführliche Einordnung aller Methoden mit Quellen finden Sie auf der Seite Sicherheitstechnische Methoden; wie wir BBS aufbauen, steht unter Behaviour Based Safety. Für ein Gespräch erreichen Sie uns über Kontakt.
Safety-II ist ein von Erik Hollnagel geprägter Ansatz des Sicherheitsmanagements. Sicherheit gilt dort als Fähigkeit eines Systems, unter wechselnden Bedingungen zu gelingen, nicht nur als Abwesenheit von Unfällen. Untersucht wird deshalb auch der gelungene Normalfall. Hollnagel versteht Safety-II als Ergänzung zu Safety-I.
Nein. Gefährdungsbeurteilung, Regeln, Barrieren und Unterweisung bleiben die Grundlage und sind gesetzlich gefordert. Safety-II erweitert den Blick um die Frage, warum Arbeit im Alltag meistens gelingt. So werden die Anpassungen sichtbar, mit denen Beschäftigte Lücken zwischen Plan und Wirklichkeit schließen und die das System im Alltag tragen.
HOP steht für Human and Organizational Performance. Der Ansatz sieht menschliche Fehler als normal an und gestaltet Arbeit so, dass Fehler sicher abgefangen werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedingungen ein Verhalten nahegelegt haben, nicht wer schuld ist. Kernwerkzeug sind Learning Teams mit den Beschäftigten.
Ein Learning Team ist ein moderiertes Gespräch zwischen den Menschen, die eine Arbeit ausführen, und denen, die sie planen und gestalten. Gemeinsam klären sie, was eine Aufgabe schwer macht und was hilft. Ergebnis sind bessere Bedingungen, keine Schuldzuweisung und in der Regel keine neuen Regeln.
Ja, wenn der Kontext mitgefragt wird. Gut gemachtes BBS beobachtet Verhalten, gibt Feedback und fragt bei jeder Beobachtung, welche Bedingungen dahinterstehen. So liefert es Frühindikatoren aus dem Alltag. Ohne diesen Systemblick würde der Mensch zum Problem gemacht, das vermeiden wir.
Uns ist keine unabhängige Studie bekannt, die den dargestellten Zusammenhang zwischen Kulturstufe und Unfallrate belegt. Die Kurve ist eine Herstellerdarstellung von dss+, ehemals DuPont, und an deren Beratungsprodukte gekoppelt. Als Gesprächsbild über Verantwortung ist sie nützlich, als Messinstrument für die eigene Kultur dagegen ungeeignet.