Braucht ein Batteriespeicher-Bau einen SiGeKo?
In aller Regel ja. Die Baustellenverordnung gilt für den Bau eines Batteriespeichers wie für jede Baustelle. Sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig sind, etwa Tiefbau, Kranfirma, Containerlieferant und Elektromontage, bestellt der Bauherr einen Koordinator. Dauert der Bau länger als 30 Arbeitstage mit mehr als 20 Beschäftigten gleichzeitig oder umfasst er mehr als 500 Personentage, ist zudem eine Vorankündigung nötig.
Welche Gefährdungen sind BESS-typisch?
Hohe Gleichspannung ab dem ersten Batteriemodul, Störlichtbögen beim Verbinden und Schalten, Thermal Runaway mit Brand und giftigen Gasen, Schwertransporte und Kranhübe für Container und Transformatoren, Arbeiten am Netzanschluss nahe Hochspannung sowie Erdarbeiten für Fundamente und Kabeltrassen. Entscheidend ist, dass diese Gefährdungen in einem gemeinsamen SiGe-Plan zusammenlaufen.
Wer koordiniert Fremdfirmen im EPC-Modell?
Die Pflichten nach Baustellenverordnung liegen beim Bauherrn. Er kann einen Dritten, etwa den EPC-Auftragnehmer, damit beauftragen (§ 4 BaustellV). Unabhängig davon stimmen sich die Arbeitgeber nach § 8 ArbSchG ab, und nach § 6 DGUV Vorschrift 1 sorgt der Auftraggeber für eine Person, die Arbeiten mit gegenseitiger Gefährdung abstimmt. Wer welche Rolle übernimmt, sollte der Vertrag festlegen.
Welche Qualifikation braucht HSE-Personal auf BESS-Baustellen?
Der SiGeKo braucht baufachliche und arbeitsschutzfachliche Kenntnisse sowie Koordinatorenkenntnisse nach RAB 30. Arbeiten an elektrischen Anlagen führen Elektrofachkräfte nach DGUV Vorschrift 3 aus, die Anlagenverantwortung nach DIN VDE 0105-100 muss benannt sein. HSE-Manager auf Speicherbaustellen sollten zusätzlich die Freigabeverfahren für Hochvolt und die Brandschutzvorgaben des Projekts sicher beherrschen.
Wann sollte HSE in die Planung?
Mit der Planung der Ausführung, spätestens bevor Layout, Anlieferkonzept und EPC-Vertrag feststehen. Nach § 3 BaustellV ist der Koordinator schon für die Planungsphase zu bestellen. Früh lassen sich Abstände, Kranstellflächen, Feuerwehrzufahrten und die Reihenfolge der Inbetriebnahme noch ohne Umplanung festlegen.
Was ist beim Brandschutz eines Batteriespeichers zu beachten?
Im Ereignis kann eine Zelle thermisch durchgehen, brennbare und giftige Gase freisetzen und sich wieder entzünden. Leitfäden wie das vfdb-Merkblatt TWB-02 und der BVES-Sicherheitsleitfaden empfehlen unter anderem Abstände zwischen Containern, Löschwasserrückhaltung, Gasdetektion, Einsatzunterlagen für die Feuerwehr und eine frühzeitige Abstimmung mit der Brandschutzdienststelle.
Was bedeuten Permit to Work und LOTOTO bei der Inbetriebnahme?
Permit to Work ist eine schriftliche Arbeitsfreigabe für eine bestimmte Tätigkeit an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. LOTOTO (Lockout-Tagout-Tryout) sichert Energiequellen: abschalten, gegen Wiedereinschalten sichern, kennzeichnen und die Wirksamkeit prüfen. Beim Batteriespeicher gilt das für die Wechselstromseite und für die Batteriestränge, die auch ohne Netz Energie liefern.
Arbeitet SAFETEE für Bauherren oder für EPC-Auftragnehmer?
Für beide. Als SiGeKo handeln wir im Auftrag des Bauherrn. HSE-Management übernehmen wir für Bauherr, EPC-Auftragnehmer oder Nachunternehmer. Sind wir im selben Projekt in mehreren Rollen tätig, besetzen wir sie mit unterschiedlichen Personen und legen die Zuständigkeiten schriftlich fest.