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SAFETEE Kompass

Warum passiert der Mangel?Erst die Ursache. Dann die Konsequenz.

Der SAFETEE Kompass ist unser Werkzeug, um Abweichungen und Mängel im Arbeitsschutz nach ihrer Ursache einzuordnen: Fehlte das Wissen, das Können, die Erlaubnis – oder der Wille? Vier Achsen, eine Nadel, eine klare Antwort darauf, welche Konsequenz angemessen ist. Wer seine Schutzbrille nicht tragen will, braucht eine andere Reaktion als jemand, der nicht wusste, dass sie Pflicht ist.

Wissen · Können · Dürfen · WollenKonsequenz nach UrsacheBaustein von Safety Consulting
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Ein Mangel. Vier mögliche Ursachen.Kompass
Wählen Sie die Ursache – die Nadel zeigt die Achse, das Feld darunter die angemessene Konsequenz.
01
Was der SAFETEE Kompass ist

Vier Achsen.
Eine Nadel.

Der SAFETEE Kompass ist ein Einordnungswerkzeug für Führungskräfte, HSE-Manager und Beobachter: Jeder festgestellte Mangel wird auf vier Achsen verortet – Wissen (Information, Transparenz, Unterweisung), Können (Ausbildung, Qualifikation, Training), Dürfen (Anweisungen, Prozesse, Freigaben) und Wollen (Motivation). Drei Ringe – gut, mittel, schlecht – zeigen, wie stark die Ausprägung ist. Aus Achse und Ring folgt die Konsequenz: Unterweisung, Qualifizierung, Prozessänderung oder Gespräch. Sanktion ist die Antwort auf eine Achse, nicht auf alle vier.

Wissen und Können

Fehlt Information oder Fähigkeit, ist die Organisation gefragt: unterweisen, qualifizieren, üben. Wer hier sanktioniert, bestraft die Lücke, die er selbst gelassen hat.

Dürfen

Fehlt die Vorgabe, die Freigabe oder das Hilfsmittel, liegt der Mangel im Prozess. Der Kompass macht sichtbar, wie oft „Verhalten“ in Wahrheit fehlende Erlaubnis oder Ausstattung ist.

Wollen

Erst wenn Wissen, Können und Erlaubnis vorhanden sind, ist ein Mangel eine Entscheidung. Dann sind Gespräch, klare Erwartung und – bei Wiederholung – Konsequenzen angemessen und fair.

02
So arbeitet der Kompass

Vom Befund
zur fairen Konsequenz.

Der Kompass ersetzt nicht das Urteil der Führungskraft – er strukturiert es. Drei Schritte, die in jedem Begehungs- oder Feedbackgespräch Platz haben:

01

Mangel benennen

Was genau wurde beobachtet – Verhalten, Zustand, Abweichung von welcher Regel? Ohne konkreten Befund keine Einordnung.

  • Beobachtung statt Interpretation
  • Regel oder Erwartung benennen
  • Ring wählen: gut, mittel, schlecht
02

Ursache einordnen

Vier Fragen im Gespräch: Wusste die Person es? Konnte sie es? Durfte sie es – gab es Vorgabe, Freigabe, Mittel? Wollte sie es? Die Antwort setzt die Nadel.

  • Wissen · Können · Dürfen · Wollen
  • Gespräch, kein Verhör
  • Mehrere Achsen möglich
03

Konsequenz ableiten

Je Achse eine andere Antwort: Unterweisung, Qualifizierung, Prozessänderung oder Gespräch mit klarer Erwartung. Dokumentiert, nachvollziehbar, für alle gleich.

  • Maßnahme an die Organisation oder an die Person
  • Wiederholung erkennen
  • Auswertung nach Achsen
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03
Wo Führung ohne Kompass irrt

Sechs typische
Fehlurteile.

Sanktion bei Wissenslücke

Die Person kannte die Regel nicht – und bekommt eine Abmahnung. Ergebnis: Angst, Schweigen, nächste Lücke bleibt unentdeckt.

Schulung bei Motivationsproblem

Die Person weiß und kann alles, will aber nicht. Die dritte Unterweisung ändert daran nichts – ein klares Gespräch schon.

Ermahnung bei fehlender Ausstattung

Ohne passende Schutzbrille, ohne Freigabe, ohne Zeit: Der Mangel liegt im Prozess. Wer die Person ermahnt, lässt die Ursache stehen.

Alles über einen Kamm

Gleiche Konsequenz für jeden Mangel wirkt konsequent, ist aber ungerecht – und die Belegschaft merkt es zuerst.

Nur die Person im Blick

Verhalten folgt Kontext. Drei der vier Achsen beschreiben Bedingungen, die die Organisation gestaltet. Der Kompass hält das sichtbar.

Keine Auswertung

Einzelne Einordnungen helfen im Gespräch. Erst die Auswertung über Wochen zeigt, auf welcher Achse Ihr Betrieb den größten Hebel hat.

Vier Fragen im Gespräch
Wusste die Person es?Konnte sie es?Durfte sie es?Wollte sie es?Wusste die Person es?Konnte sie es?Durfte sie es?Wollte sie es?
04
Einführung

In vier Schritten
im Betrieb verankert.

Der Kompass ist in einem Tag erklärt und in wenigen Wochen Routine – wenn Führungskräfte ihn in Begehungen, Feedbackgesprächen und Unfallanalysen konsequent nutzen.

01

Schulung

Führungskräfte, HSE-Manager und Beobachter lernen die vier Achsen und die Konsequenzenmatrix an eigenen Fällen.

02

Einsatz

Der Kompass wird Teil von Begehung, BBS-Feedback und Unfallanalyse – als kurze Einordnung, nicht als Formular.

03

Auswertung

Mängel nach Achse und Ring ausgewertet: Wo häufen sich Wissenslücken, wo fehlende Freigaben, wo Motivation?

04

Nachsteuern

Maßnahmen dort, wo die Häufung ist – Unterweisungskonzept, Prozess, Ausstattung oder Führungsgespräche.

Verwandtschaft zur Just Culture

Der Kompass folgt derselben Logik wie Just-Culture-Ansätze und die HOP-Prinzipien: Menschen machen Fehler, Schuld löst nichts, der Kontext bestimmt das Verhalten. Er macht diese Haltung im Alltag anwendbar – mit einer Frage, die jede Führungskraft stellen kann: Warum ist das passiert?

Was der Kompass nicht ist

Kein Ersatz für arbeitsrechtliche Beratung und keine Sanktionsautomatik. Er liefert die faire Einordnung; welche disziplinarische Stufe im Einzelfall zulässig ist, entscheiden Sie mit Personalabteilung und Betriebsrat.

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05
Die vier Achsen

Was hinter
jeder Achse steht.

Aus dem SAFETEE Kompass – jede Achse mit ihren Bausteinen und der typischen Konsequenz:

Wissen · Knowledge
Information, Transparenz, Unterweisung – Konsequenz: informieren und unterweisen
Können · Competence
Ausbildung, Qualifikation, Training – Konsequenz: qualifizieren, üben, begleiten
Dürfen · Permission
Anweisungen, Prozesse, Freigaben, Ausstattung – Konsequenz: Prozess und Vorgaben ändern
Wollen · Desire
Motivation – Konsequenz: Gespräch, klare Erwartung, bei Wiederholung disziplinarische Stufen

Drei Ringe – gut, mittel, schlecht – bewerten die Ausprägung des Mangels. Achse und Ring zusammen bestimmen, wie schnell und wie tief die Konsequenz greift.

06
Häufige Fragen

Was Führungskräfte
zum Kompass fragen.

Was ist der SAFETEE Kompass?

Ein Einordnungswerkzeug für Mängel und Abweichungen im Arbeitsschutz. Jeder Mangel wird auf vier Achsen verortet – Wissen, Können, Dürfen, Wollen – und in drei Ringen nach Ausprägung bewertet. Aus Achse und Ring folgt die angemessene Konsequenz: Unterweisung, Qualifizierung, Prozessänderung oder Gespräch mit klarer Erwartung.

Warum reicht eine Sanktion nicht?

Weil sie nur auf einer der vier Achsen wirkt. Wer nicht wusste, nicht konnte oder nicht durfte, ändert sein Verhalten durch eine Abmahnung nicht – die Ursache bleibt. Sanktionen bei Wissens-, Kompetenz- oder Prozesslücken erzeugen Schweigen und verhindern, dass die nächste Lücke gemeldet wird.

Wie unterscheide ich „nicht gewusst“ von „nicht gewollt“?

Im Gespräch, mit vier Fragen: Kannte die Person die Regel? Konnte sie sie umsetzen? Gab es Vorgabe, Freigabe und Mittel? Hat sie sich trotzdem dagegen entschieden? Erst wenn die ersten drei Fragen mit Ja beantwortet sind, liegt der Mangel auf der Achse Wollen. In der Praxis sind das deutlich weniger Fälle, als Führungskräfte zunächst annehmen.

Ist der Kompass ein Sanktionskatalog?

Nein. Er ordnet Ursachen ein und schlägt die Art der Konsequenz vor. Welche disziplinarische Stufe im Einzelfall zulässig ist, richtet sich nach Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung und Arbeitsrecht – das klären Sie mit Personalabteilung und Betriebsrat. Der Kompass sorgt dafür, dass gleiche Ursachen gleich behandelt werden.

Wie passt der Kompass zu Behaviour Based Safety und HOP?

BBS liefert die Beobachtungen, der Kompass ordnet sie ein, HOP liefert die Haltung: Schuld löst nichts, Kontext bestimmt Verhalten. Drei der vier Achsen beschreiben Bedingungen, die die Organisation gestaltet – der Kompass hält das im Gespräch sichtbar und verhindert, dass jeder Mangel als Verhaltensproblem gilt.

Wie führe ich den Kompass ein?

Mit einer Schulung für Führungskräfte, HSE-Manager und Beobachter an eigenen Fällen, danach als fester Bestandteil von Begehungen, Feedbackgesprächen und Unfallanalysen. Nach einigen Wochen werten wir die Einordnungen nach Achsen aus und leiten Maßnahmen ab. Wir begleiten Einführung und erste Auswertung.

07
Ihr Betrieb, unser Kompass

Sprechen wir darüber, wie Sie Mängel künftig einordnen.

Branche, Führungsspanne, aktuelle Praxis: Mit drei Angaben sagen wir Ihnen, wie die Einführung aussieht – und melden uns innerhalb eines Werktags.