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    Fachartikel

    Sicherheitskultur wächst durch Vorbilder: das SAFETEE Culture Modell

    Sicherheitskultur entsteht aus Rahmenbedingungen und wächst durch Menschen, die sicher arbeiten, weil sie es wollen. Das SAFETEE Culture Modell beschreibt diesen Weg in drei Ebenen, von Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung. Für Betriebe und Projekte heißt das: Rahmen analysieren, Vorbilder finden, Multiplikatoren ausbilden. SAFETEE begleitet das im Safety Consulting.

    September 29, 2026
    September 29, 2026
    Björn Andresen
    CSO · Leitung Safety Consulting
    CSO · Head of Safety Consulting
    https://www.safetee.eu/team#bjoern-andresen
    Safety Consulting
    Safety Consulting
    Safety Consulting
    https://www.safetee.eu/leistungen/safety-consulting
    Safety Consulting
    https://www.safetee.eu/leistungen/en/safety-consulting
    SAFETEE Culture Modell
    https://www.safetee.eu/safetee-culture-modell
    Sicherheitskultur wächst durch Vorbilder: das SAFETEE Culture Modell

    Was ist Sicherheitskultur?

    Sicherheitskultur beschreibt, wie in einem Betrieb tatsächlich mit Sicherheit und Gesundheit umgegangen wird: was Führung vorlebt, was gesagt wird, was gemeldet wird und was im Alltag passiert, wenn es eng wird. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat das Thema mit der Präventionskampagne kommmitmensch von 2017 bis 2021 in sechs Handlungsfeldern bearbeitet: Führung, Kommunikation, Beteiligung, Fehlerkultur, Betriebsklima sowie Sicherheit und Gesundheit.

    Warum reicht ein Stufenmodell nicht?

    Verbreitete Reifegradmodelle wie die Bradley-Kurve ordnen eine ganze Organisation einer Stufe zu, von reaktiv bis interdependent. Das ist eingängig, bildet die Wirklichkeit aber schlecht ab: Im selben Werk arbeiten Bereiche, Schichten und Gewerke gleichzeitig auf ganz unterschiedlichem Niveau. Zudem misst die Kurve über die Unfallrate, also nachlaufend. Wir setzen deshalb beim einzelnen Menschen in seinen Rahmenbedingungen an und beobachten vorlaufende Größen: Selbstbestimmung, Zahl der Multiplikatoren und Wissenstransfer.

    Wie funktioniert das SAFETEE Culture Modell?

    Das Modell beschreibt drei Ebenen. Mit jeder Ebene wächst die Selbstbestimmung, und der mögliche Verletzungsbereich wird kleiner.

    Getragen wird dieser Weg von sechs Rahmenbedingungen: Vorgaben und Erlaubnis, Zeit und Ressourcen, Qualifikation und Training, Aufsicht und Feedback, Vorbilder und Wissenstransfer. Die häufigste Ursache riskanten Verhaltens ist eine Situation, nicht eine Haltung. Deshalb steht der Rahmen am Anfang.

    Was macht einen Safety-Culture-Multiplikator aus?

    Ein Multiplikator ist eine Kollegin oder ein Kollege, der sicher arbeitet, weil er es so will, und dieses Wissen weitergibt: beim Feedback auf der Baustelle, bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen, in Unterweisung und Begehung. Kultur wird nicht verordnet, sie wird abgeschaut. Multiplikatoren wirken dort, wohin Führung und Fachkräfte nicht immer kommen: in die Kolonne, in die Nachtschicht, an den Arbeitsplatz.

    Beispiel zur Veranschaulichung: In einem Montageteam fällt ein Vorarbeiter auf, der vor jedem Hub kurz mit seiner Mannschaft den Ablauf durchspricht, ohne dass es vorgeschrieben ist. Er wird als Multiplikator ausgebildet, gibt Feedback im eigenen Team und übernimmt die Einarbeitung neuer Monteure. Das Ritual verbreitet sich über das Team hinaus.

    Wie wird aus dem Modell ein Programm?

    Wir gehen in vier Schritten vor:

    1. Rahmen analysieren: Wo entstehen riskante Situationen, und welche Bedingung steckt dahinter?
    2. Vorbilder finden: Wer arbeitet sicher, weil er es will?
    3. Multiplikatoren ausbilden: Feedback geben, Wissen weitergeben, neue Kolleginnen und Kollegen einarbeiten.
    4. Transfer verankern: in Unterweisung, Einarbeitung und Begehung, damit er nicht an einzelnen Personen hängt.

    Das SAFETEE Culture Modell ist ein Praxismodell aus unseren Projekten, keine validierte Theorie, und so nennen wir es auch. Es greift Gedanken aus HOP und Safety-II auf, ist die Grundlage unseres BBS-Ansatzes und ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch technische Sicherheit. Alle Details stehen auf der Seite SAFETEE Culture Modell; begleitet wird die Umsetzung im Safety Consulting. Sprechen Sie uns gern über Kontakt an.

    1. SAFETEE Culture Modell, safetee.eu, www.safetee.eu, abgerufen am 29.09.2026
    2. SAFETEE: Sicherheitstechnische Methoden, safetee.eu, www.safetee.eu, abgerufen am 29.09.2026
    3. DGUV forum 12/2021: Der kommmitmensch verabschiedet sich (Präventionskampagne 2017–2021), forum.dguv.de, abgerufen am 29.09.2026
    4. dss+ (ehem. DuPont Sustainable Solutions): Bradley Curve, Herstellerdarstellung, www.consultdss.com, abgerufen am 29.09.2026
    5. Mathis, T. L.: Behind the Bradley Curve, ProAct Safety, proactsafety.com, abgerufen am 29.09.2026
    6. Baker, A.: A Short Introduction to HOP and Learning Teams, Safety Differently, safetydifferently.com, abgerufen am 29.09.2026

    Was ist ein Safety-Culture-Multiplikator?

    Eine Kollegin oder ein Kollege, der sicher arbeitet, weil er es so will, und dieses Wissen an andere weitergibt. Multiplikatoren geben Feedback im eigenen Team, arbeiten neue Kolleginnen und Kollegen ein und tragen sicheres Verhalten dorthin, wohin Führung und Fachkräfte nicht immer kommen.

    Worin unterscheidet sich das Modell von der Bradley-Kurve?

    Die Bradley-Kurve ordnet eine ganze Organisation einer Stufe zu und misst über die Unfallrate. Das SAFETEE Culture Modell setzt beim Menschen in seinen Rahmenbedingungen an, erlaubt unterschiedliche Stände zur selben Zeit und beobachtet vorlaufende Größen wie Selbstbestimmung, Multiplikatoren und Wissenstransfer.

    Ist das SAFETEE Culture Modell wissenschaftlich validiert?

    Nein. Es ist ein Praxismodell aus unseren Projekten und keine validierte Theorie, und so nennen wir es auch. Es arbeitet mit beobachtbaren Größen und greift Gedanken aus HOP und Safety-II auf. Gefährdungsbeurteilung und technische Sicherheit ersetzt es nicht, es baut auf ihnen auf.

    Warum stehen Rahmenbedingungen am Anfang?

    Weil die häufigste Ursache riskanten Verhaltens eine Situation ist, nicht eine Haltung. Fehlen Zeit, Werkzeug oder klare Vorgaben, helfen Appelle und zusätzliche Unterweisungen wenig. Erst wenn der Rahmen stimmt, können Vorbilder wirken und Multiplikatoren ihr Wissen im Team glaubwürdig weitergeben.

    Wie lange dauert es, bis Multiplikatoren wirken?

    Erste Vorbilder sind nach der Analyse in wenigen Wochen identifiziert. Spürbar wird ihre Wirkung in der Regel nach sechs bis zwölf Monaten, wenn der Wissenstransfer in Unterweisung, Einarbeitung und Begehung verankert ist und nicht mehr an einzelnen Personen oder einem Projektteam hängt.

    Wie hängt das Modell mit BBS zusammen?

    Das Culture Modell ist die Grundlage unseres Behavior-Based-Safety-Ansatzes. Beobachtung und Feedback liefern Daten aus dem Alltag, und bei jeder Beobachtung wird der Kontext mitgefragt, statt nur das Verhalten zu bewerten. Die Beobachter werden schrittweise zu Multiplikatoren, die das Programm im Betrieb selbst tragen.

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    Jörn Nieswandt
    People & Culture Partner
    People & Culture Partner
    Björn Andresen
    CSO · Leitung Safety Consulting
    CSO · Head of Safety Consulting
    b.andresen@safetee.eu
    Jan Peukmann
    COO · HSE-Management und SiGeKo
    COO · HSE Management and Safety Coordination
    Marc Riegel
    CEO · Geschäftsführer
    CEO · Managing Director