Inhalt anzeigen
Quellen
Häufige Fragen
Passende Leistung
Auch auf LinkedIn diskutiert: Beitrag ansehen
Sicherheitskultur entsteht aus Rahmenbedingungen und wächst durch Menschen, die sicher arbeiten, weil sie es wollen. Das SAFETEE Culture Modell beschreibt diesen Weg in drei Ebenen, von Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung. Für Betriebe und Projekte heißt das: Rahmen analysieren, Vorbilder finden, Multiplikatoren ausbilden. SAFETEE begleitet das im Safety Consulting.


Sicherheitskultur beschreibt, wie in einem Betrieb tatsächlich mit Sicherheit und Gesundheit umgegangen wird: was Führung vorlebt, was gesagt wird, was gemeldet wird und was im Alltag passiert, wenn es eng wird. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat das Thema mit der Präventionskampagne kommmitmensch von 2017 bis 2021 in sechs Handlungsfeldern bearbeitet: Führung, Kommunikation, Beteiligung, Fehlerkultur, Betriebsklima sowie Sicherheit und Gesundheit.
Verbreitete Reifegradmodelle wie die Bradley-Kurve ordnen eine ganze Organisation einer Stufe zu, von reaktiv bis interdependent. Das ist eingängig, bildet die Wirklichkeit aber schlecht ab: Im selben Werk arbeiten Bereiche, Schichten und Gewerke gleichzeitig auf ganz unterschiedlichem Niveau. Zudem misst die Kurve über die Unfallrate, also nachlaufend. Wir setzen deshalb beim einzelnen Menschen in seinen Rahmenbedingungen an und beobachten vorlaufende Größen: Selbstbestimmung, Zahl der Multiplikatoren und Wissenstransfer.
Das Modell beschreibt drei Ebenen. Mit jeder Ebene wächst die Selbstbestimmung, und der mögliche Verletzungsbereich wird kleiner.
Getragen wird dieser Weg von sechs Rahmenbedingungen: Vorgaben und Erlaubnis, Zeit und Ressourcen, Qualifikation und Training, Aufsicht und Feedback, Vorbilder und Wissenstransfer. Die häufigste Ursache riskanten Verhaltens ist eine Situation, nicht eine Haltung. Deshalb steht der Rahmen am Anfang.
Ein Multiplikator ist eine Kollegin oder ein Kollege, der sicher arbeitet, weil er es so will, und dieses Wissen weitergibt: beim Feedback auf der Baustelle, bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen, in Unterweisung und Begehung. Kultur wird nicht verordnet, sie wird abgeschaut. Multiplikatoren wirken dort, wohin Führung und Fachkräfte nicht immer kommen: in die Kolonne, in die Nachtschicht, an den Arbeitsplatz.
Beispiel zur Veranschaulichung: In einem Montageteam fällt ein Vorarbeiter auf, der vor jedem Hub kurz mit seiner Mannschaft den Ablauf durchspricht, ohne dass es vorgeschrieben ist. Er wird als Multiplikator ausgebildet, gibt Feedback im eigenen Team und übernimmt die Einarbeitung neuer Monteure. Das Ritual verbreitet sich über das Team hinaus.
Wir gehen in vier Schritten vor:
Das SAFETEE Culture Modell ist ein Praxismodell aus unseren Projekten, keine validierte Theorie, und so nennen wir es auch. Es greift Gedanken aus HOP und Safety-II auf, ist die Grundlage unseres BBS-Ansatzes und ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch technische Sicherheit. Alle Details stehen auf der Seite SAFETEE Culture Modell; begleitet wird die Umsetzung im Safety Consulting. Sprechen Sie uns gern über Kontakt an.
Eine Kollegin oder ein Kollege, der sicher arbeitet, weil er es so will, und dieses Wissen an andere weitergibt. Multiplikatoren geben Feedback im eigenen Team, arbeiten neue Kolleginnen und Kollegen ein und tragen sicheres Verhalten dorthin, wohin Führung und Fachkräfte nicht immer kommen.
Die Bradley-Kurve ordnet eine ganze Organisation einer Stufe zu und misst über die Unfallrate. Das SAFETEE Culture Modell setzt beim Menschen in seinen Rahmenbedingungen an, erlaubt unterschiedliche Stände zur selben Zeit und beobachtet vorlaufende Größen wie Selbstbestimmung, Multiplikatoren und Wissenstransfer.
Nein. Es ist ein Praxismodell aus unseren Projekten und keine validierte Theorie, und so nennen wir es auch. Es arbeitet mit beobachtbaren Größen und greift Gedanken aus HOP und Safety-II auf. Gefährdungsbeurteilung und technische Sicherheit ersetzt es nicht, es baut auf ihnen auf.
Weil die häufigste Ursache riskanten Verhaltens eine Situation ist, nicht eine Haltung. Fehlen Zeit, Werkzeug oder klare Vorgaben, helfen Appelle und zusätzliche Unterweisungen wenig. Erst wenn der Rahmen stimmt, können Vorbilder wirken und Multiplikatoren ihr Wissen im Team glaubwürdig weitergeben.
Erste Vorbilder sind nach der Analyse in wenigen Wochen identifiziert. Spürbar wird ihre Wirkung in der Regel nach sechs bis zwölf Monaten, wenn der Wissenstransfer in Unterweisung, Einarbeitung und Begehung verankert ist und nicht mehr an einzelnen Personen oder einem Projektteam hängt.
Das Culture Modell ist die Grundlage unseres Behavior-Based-Safety-Ansatzes. Beobachtung und Feedback liefern Daten aus dem Alltag, und bei jeder Beobachtung wird der Kontext mitgefragt, statt nur das Verhalten zu bewerten. Die Beobachter werden schrittweise zu Multiplikatoren, die das Programm im Betrieb selbst tragen.